Entwicklung der Jugendsprache in Deutschland
Jugendsprache ist nicht als Rebellion oder Provokation zu verstehen. Ihre Sprecher drücken damit vor allem aus, dass sie einer bestimmten Gruppe, einer Peer Group, angehören – oder angehören möchten. Zugleich grenzen sie sich von anderen gesellschaftlichen Gruppen ab, insbesondere von erwachsenen Autoritätspersonen wie Großeltern, Eltern und Lehrern.
Diese hatten in ihrer Jugend natürlich ihre eigenen Begriffe: Zwischen 1900 und 1930 beispielsweise waren „Flamme“ (für attraktive Frau) und „Armleuchter“ (für einen ungeschickten Mann) in der deutschen Jugendsprache recht verbreitet, später entstanden Ausdrücke wie etwa „dufte“ oder „Süßholz raspeln“ (für Flirten).
Zur Entstehung und Verbreitung der Begriffe aus der Jugendsprache trugen insbesondere die Medien entscheidend bei: erst Zeitungen und Radio, dann das Fernsehen und heute vor allem das Internet mit sozialen Medien wie Instagram und TikTok. Hierdurch macht sich auch immer stärker der Einfluss des Englischen bemerkbar, sodass Jugendliche etwa „voll gehyped“ sind, wenn sie sich auf etwas freuen, oder etwas „haten“, wenn sie etwas nicht mögen.
Der zweite große Einfluss sind Begriffe aus dem Türkischen oder Arabischen. Insbesondere in Großstädten übernehmen mitunter Teenager mit Deutsch als Muttersprache die Ausdrücke, die ihre Altersgenossen mit Migrationshintergrund verwenden, was auch Kiezdeutsch genannt wird.